Budget & Steuern

Was darf eine Weihnachtsfeier kosten? Freibetrag, Rechner & Berliner Preise

110 Euro pro Mitarbeitendem bleiben steuerfrei — aber nur, wenn man richtig rechnet. Hier steht, was in den Betrag zählt, welche Falle die meisten übersehen und was eine Feier in Berlin realistisch kostet.

Stand: August 2026 · Winterquartier Berlin

Für eine Betriebsveranstaltung wie die Weihnachtsfeier gilt ein Freibetrag von 110 Euro brutto pro teilnehmendem Mitarbeitenden — inklusive Umsatzsteuer und inklusive aller Nebenkosten wie Raum, Musik und Deko. Der Betrag steht zweimal pro Jahr zur Verfügung. Entscheidend ist: Die Gesamtkosten werden auf die tatsächlich erschienenen Personen umgelegt, nicht auf die angemeldeten — Absagen erhöhen also den Betrag pro Kopf.

Wie viel darf eine Weihnachtsfeier pro Mitarbeitendem kosten?

Bis 110 Euro pro teilnehmendem Mitarbeitenden bleibt eine Betriebsveranstaltung lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Dieser Freibetrag ist seit 2015 unverändert — eine im Gesetzgebungsverfahren diskutierte Anhebung auf 150 Euro wurde nicht umgesetzt. Real ist der Betrag dadurch heute deutlich weniger wert als bei seiner Einführung, was bei der Budgetplanung ehrlicherweise berücksichtigt gehört.

Sind die 110 Euro brutto oder netto?

Brutto — also inklusive Umsatzsteuer. Das ist der häufigste Rechenfehler: Wer mit Netto-Angeboten plant (Catering-Preise werden meist netto genannt), muss die Umsatzsteuer aufschlagen, bevor er mit den 110 Euro vergleicht. Ein Menü für 23 Euro netto ist eben nicht 23 Euro im Sinne des Freibetrags.

Hinweis zur Umsatzsteuer 2026: Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Speisen in Gastronomie und Catering wieder der ermäßigte Satz von 7 Prozent, für Getränke weiterhin 19 Prozent. Wie sich das auf Pauschalangebote auswirkt, die Speisen und Getränke bündeln, hängt vom Einzelfall ab — das klärt euer Steuerberater anhand des konkreten Angebots.

Was zählt alles in den Betrag hinein?

Deutlich mehr, als die meisten annehmen. In die Berechnung fließen die Gesamtkosten der Veranstaltung inklusive Umsatzsteuer ein — auch die Posten, die nichts mit Essen zu tun haben:

  • Speisen und Getränke inklusive aller Pauschalen
  • Raum- und Locationmiete
  • Musik, DJ, Künstler, Programm und Aktivitäten
  • Dekoration, Technik, Bühne, Beleuchtung
  • Fahrt- und Übernachtungskosten, wenn der Arbeitgeber sie im Rahmen der Veranstaltung übernimmt
  • Geschenke, die im Rahmen der Feier überreicht werden
  • Kosten für Begleitpersonen — sie werden dem jeweiligen Mitarbeitenden zugerechnet

Nicht einzubeziehen sind dagegen rein rechnerische Eigenkosten des Betriebs, etwa Löhne eigener Mitarbeitender für die Organisation. Welche Bausteine bei uns überhaupt zusammenkommen, seht ihr in der Formatübersicht. Wer unsicher ist, welcher Posten wohin gehört, klärt das am besten vorab mit der Lohnbuchhaltung — nachträglich ist die Zuordnung mühsam.

Freibetrag-Rechner: Bleibt eure Feier steuerfrei?

Tragt die Zahlen eures Angebots ein. Der Rechner arbeitet mit der Standard-Methode: Gesamtkosten brutto geteilt durch die tatsächlich teilnehmenden Personen, Begleitpersonen dem jeweiligen Mitarbeitenden zugerechnet.

Ergebnis erscheint hier, sobald ihr Kosten und Teilnehmerzahl eingetragen habt.

Keine Steuerberatung. Der Rechner bildet die Standard-Berechnung vereinfacht ab und ersetzt keine Prüfung des Einzelfalls. Rechtsstand: August 2026. Für die verbindliche Beurteilung eurer Veranstaltung wendet euch an eure Steuerberatung oder Lohnbuchhaltung.

Was passiert, wenn wir über 110 Euro liegen?

Eine gute Nachricht vorweg: Es ist ein Freibetrag, kein Freigrenze-Modell. Das heißt, bei einer Überschreitung wird nicht der gesamte Betrag steuerpflichtig, sondern nur der Teil oberhalb der 110 Euro. Bei 130 Euro pro Kopf sind also 20 Euro der Besteuerung zu unterwerfen, nicht 130.

Für diesen übersteigenden Teil kann der Arbeitgeber die Lohnsteuer pauschal mit 25 Prozent übernehmen (zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer). Der Vorteil der Pauschalierung: Die Zuwendung bleibt für die Mitarbeitenden beitragsfrei in der Sozialversicherung, und niemand findet einen unerwarteten Posten auf der eigenen Abrechnung. Der Nachteil: Es kostet den Betrieb zusätzlich Geld — Grund genug, vorher zu rechnen statt hinterher.

Wie oft im Jahr geht das?

Der Freibetrag steht für zwei Betriebsveranstaltungen pro Jahr zur Verfügung — neben der Weihnachtsfeier lässt sich das Gelände zum Beispiel auch für ein Teamevent auf dem Eis nutzen. Wer im Sommer ein Betriebsfest und im Dezember eine Weihnachtsfeier ausrichtet, kann ihn für beide nutzen. Ab der dritten Veranstaltung im Jahr entfällt die Begünstigung — dann darf der Betrieb allerdings wählen, für welche zwei Veranstaltungen er sie ansetzt, und wird sinnvollerweise die beiden teuersten nehmen.

Was ist mit Partnern und Begleitpersonen?

Begleitpersonen dürfen mitkommen, ihre Kosten bekommen aber keinen eigenen Freibetrag: Sie werden dem jeweiligen Mitarbeitenden zugerechnet. Praktisch heißt das, dass sich der Pro-Kopf-Betrag für alle, die jemanden mitbringen, verdoppelt — und die 110 Euro dadurch schnell gerissen sind. Wer Begleitpersonen einlädt, sollte das im Budget von Anfang an einkalkulieren, nicht als nette Geste nebenbei.

Was passiert, wenn Leute absagen?

Das ist die teuerste Falle — und die, die in den meisten Ratgebern fehlt. Die Gesamtkosten werden auf die tatsächlich erschienenen Personen umgelegt. Wer für 100 Personen bestellt und mit 80 feiert, verteilt dieselben Kosten auf 80 Köpfe: Der Betrag pro Person steigt um 25 Prozent — ohne dass ein Cent mehr ausgegeben wurde.

Eine Feier, die auf dem Papier mit 105 Euro pro Kopf sicher unter dem Freibetrag lag, kann durch Absagen bei 131 Euro landen und plötzlich steuerpflichtige Anteile erzeugen. Das trifft besonders Feiern in der Grippe- und Erkältungssaison — also genau die Weihnachtsfeiern. Bei kleinen Teams schlägt jede einzelne Absage prozentual am stärksten durch, bei großen Gruppen summiert sich der Effekt über viele Köpfe.

Praktische Konsequenz: Plant mit einem Puffer nach unten. Wenn ihr knapp unter 110 Euro kalkuliert, reichen wenige Absagen, um darüber zu landen. Und: Nutzt den Rechner oben mit der realistischen Teilnehmerzahl, nicht mit der Zahl der Zusagen — Erfahrungswerte aus dem eigenen Betrieb sind hier besser als Optimismus.

Was kostet eine Weihnachtsfeier in Berlin realistisch?

Belastbare Marktzahlen für Firmenweihnachtsfeiern gibt es kaum — was kursiert, sind grobe Spannen aus Agentur-Blogs. Deshalb hier statt einer erfundenen Durchschnittszahl das, was wir konkret belegen können: unsere eigenen, veröffentlichten Preise.

Menüpreise Winterquartier Berlin, netto pro Person (Saison 2026/27)
LeistungPreis netto p. P.
Gesetztes Menü, 3 Gängeab 23,00 €
Menü, erweiterte Stufeab 26,00 €
Menü, Premium-Stufeab 29,00 €
All-Inclusive-Paket, Getränkepauschalen, Aktivitätenindividuelles Angebot

Zur Orientierung: Zum Menüpreis kommen typischerweise Getränke und mindestens eine Aktivität hinzu, dazu die Umsatzsteuer. Ein Abend mit Essen, Getränkepauschale und einem Programmpunkt liegt damit erfahrungsgemäß in einer Größenordnung, die den Freibetrag ausnutzt, ohne ihn zwangsläufig zu sprengen. Alle Menüs stehen auf der Seite Weihnachtsdinner Berlin, Programmbausteine wie Eisstockschießen und Eislaufen lassen sich frei kombinieren. Ein konkretes Angebot ist hier ehrlicher als jede Beispielrechnung.

Für ein Firmen-Weihnachtsdinner eingedeckte Tische in einer Halle des Winterquartier Berlin
Dinner-Aufbau im Winterquartier – Menüs ab 23 € netto pro Person.

Wie plant man das Budget sinnvoll?

  1. Rückwärts rechnen: Startet nicht beim Wunschprogramm, sondern beim Freibetrag. 110 Euro brutto pro Kopf mal realistische Teilnehmerzahl ergibt euren steuerfreien Rahmen.
  2. Puffer für Absagen einplanen: Kalkuliert mit etwa fünf bis zehn Prozent weniger Teilnehmenden als Zusagen — was ihr an Erfahrungswerten aus den Vorjahren habt, ist besser als jede Faustregel.
  3. Netto/Brutto sauber trennen: Angebote kommen meist netto, der Freibetrag ist brutto. Diesen Schritt nicht vergessen.
  4. Begleitpersonen bewusst entscheiden: Entweder von Anfang an eingeplant und budgetiert — oder gar nicht.
  5. Programm günstig kombinieren: Aktivitäten kosten pro Kopf oft weniger als ein zusätzlicher Menügang — Ideen für die Weihnachtsfeier zeigen, was möglich ist.
  6. Überschreitung vorher durchrechnen: Wenn ihr bewusst darüber gehen wollt, kalkuliert die Pauschalsteuer von 25 Prozent auf den Mehrbetrag gleich mit ein.

Angebot mit konkreten Zahlen?

Sagt uns Teamgröße, Wunschtermin und Budgetrahmen — ihr bekommt ein Angebot, das ihr direkt gegen den Freibetrag rechnen könnt, statt einer Preisliste zum Selbstzusammenstellen.

Häufige Fragen zu Kosten und Freibetrag

Wie viel darf eine Weihnachtsfeier pro Mitarbeiter kosten?

Bis 110 Euro brutto pro teilnehmendem Mitarbeitenden bleibt eine Betriebsveranstaltung lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Der Freibetrag gilt für zwei Veranstaltungen pro Jahr und ist seit 2015 unverändert.

Sind die 110 Euro brutto oder netto?

Brutto, also inklusive Umsatzsteuer. Da Catering- und Locationangebote meist netto kalkuliert werden, muss die Umsatzsteuer aufgeschlagen werden, bevor man mit dem Freibetrag vergleicht. Das ist der häufigste Rechenfehler.

Was zählt alles in die 110 Euro hinein?

Die Gesamtkosten der Veranstaltung inklusive Umsatzsteuer: Speisen und Getränke, Raummiete, Musik und Programm, Dekoration und Technik, übernommene Fahrt- und Übernachtungskosten, Geschenke im Rahmen der Feier sowie die Kosten für Begleitpersonen.

Ist alles steuerpflichtig, wenn man über 110 Euro liegt?

Nein. Es handelt sich um einen Freibetrag, nicht um eine Freigrenze: Nur der Betrag oberhalb von 110 Euro ist zu versteuern. Der Arbeitgeber kann diesen Teil pauschal mit 25 Prozent übernehmen, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

Wie oft kann der Freibetrag pro Jahr genutzt werden?

Für zwei Betriebsveranstaltungen pro Jahr. Wer mehr als zwei ausrichtet, kann wählen, für welche beiden er die Begünstigung ansetzt — sinnvollerweise für die beiden teuersten.

Was passiert, wenn Mitarbeitende kurzfristig absagen?

Die Gesamtkosten werden auf die tatsächlich erschienenen Personen umgelegt, nicht auf die angemeldeten. Wer für 100 plant und mit 80 feiert, verteilt dieselben Kosten auf 80 Köpfe — der Betrag pro Person steigt um 25 Prozent und kann den Freibetrag reißen, ohne dass mehr ausgegeben wurde.

Zählen Partner und Begleitpersonen mit?

Begleitpersonen erhalten keinen eigenen Freibetrag. Ihre Kosten werden dem jeweiligen Mitarbeitenden zugerechnet, wodurch sich dessen Pro-Kopf-Betrag praktisch verdoppelt. Wer Begleitpersonen einlädt, sollte das von Anfang an im Budget berücksichtigen.

Über diese Seite

Diese Übersicht entsteht aus der täglichen Praxis des Winterquartier Berlin im NAPOLEON KOMPLEX (Berlin-Friedrichshain): Budgetfragen sind bei über 200 hier ausgerichteten Firmenfeiern der häufigste Punkt in Angebotsgesprächen — insbesondere die Umlage auf die tatsächlich Erschienenen überrascht regelmäßig. Die genannten Menüpreise sind unsere realen, veröffentlichten Preise, keine Marktschätzungen.

Autor: Yannik SW, Marketing Manager · Winterquartier Berlin  ·  Rechtsstand: August 2026  ·  Keine Steuerberatung

BeMarket on ICE

Dieses WE:
Markt geöffnet: 11–19 Uhr